Die Vormacher


100 % regenerative Energieversorgung in Costa Rica

Natur


24. Januar 2016

Ein kleines zentralamerikanisches Land, das gleichzeitig am Atlantischen wie am Pazifischen Ozean liegt, hat es geschafft: Die knapp viereinhalb Millionen Einwohner von Costa Rica beziehen ihre Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen. Dabei gehört es nicht gerade zu den reichsten Ländern der Erde, die ihrerseits gern Stein und Bein darauf schwören, dass die Umstellung auf regenerative Energien ein finanzielles Desaster sei …

Natürlich gibt es die Umstellung nicht zum Nulltarif, aber das Land hat schon früh an den richtigen Stellen gespart. So erklärte sich Costa Rica für neutral und schuf in den 1950er Jahren seine Armee ab. Das dadurch gesparte Geld floss in Bildungs- und Gesundheitsprogramme – die durchschnittliche Lebenserwartung lag vor zehn Jahren schon bei 78,4 Jahren – und kommt heute auch der Finanzierung der Umweltpolitik zugute.

Überhaupt ist das Land zwischen Nicaragua und Panama, die sich erfreulicherweise stark an der costaricanischen Energiepolitik orientieren und ihren Bedarf heute ebenfalls schon zu 50 beziehungsweise 60 Prozent aus Erneuerbaren beziehen, ein Musterbeispiel für eine Politik, die sich in großen Teilen am Wohlergehen der Bevölkerung und der Natur orientiert. So beschloss man ein großes Wiederaufforstungsprogramm, nachdem in den 1970er und 1980er Jahren fast 80 Prozent des Urwalds gerodet worden waren. Heute besteht Costa Rica wieder zur Hälfte aus Wald, 27 Prozent des Landes stehen unter Naturschutz, und es findet sich mit seinen nachgewiesenen 500.000 Arten unter den 20 Ländern mit der größten Biodiversität.

Seinen Ökostrom bezieht das Land zu gut zwei Dritteln aus Wasserkraft. Da es in einer geologisch aktiven Zone der Erde liegt, ist die Nutzung von Erdwäme ebenfalls ein großer Faktor, aber auch Windkraft, Solarenergie und Biomasse tragen zur Versorgung bei. Abgesehen von der Umweltverträglichkeit profitieren die Bewohner auch finanziell von den günstigen Erneuerbaren – inzwischen zahlen sie nur noch sieben Cent pro Kilowattstunde, und durch den Bau neuer Kraftwerke, in die die Regierung eine Milliarde Dollar investieren will, werden die Kosten voraussichtlich nochmals um zwei Cent sinken.

Dass das Land nach Schweden und Norwegen auf Platz 3 der umweltfreundlichsten Länder der Erde liegt, obwohl es bezüglich des Bruttoinlandsprodukts nur den 68. Rang belegt, beweist, dass nicht Geld, sondern politischer Wille zu den dringend benötigten Veränderungen in der Energiewirtschaft führt. Hier und in vielen anderen Lebensbereichen macht das kleine lateinamerikanische Land eine überaus gute Figur – vielleicht ist dies mit ein Grund dafür, dass die Einwohner von Costa Rica zu den glücklichsten Menschen der Erde zählen …

Text: Thomas Donga-Durach

Mehr …

http://www.cleanenergy-project.de/soziales/helden-der-nachhaltigkeit/6663-costa-rica-zu-100-prozent-mit-erneuerbaren-versorgt

http://bazonline.ch/leben/gesellschaft/Das-Glueck-wohnt-in-Lateinamerika/story/22273447

http://www.dualcitizeninc.com/global-green-economy-index/

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2102rank.html

 

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