Live-Musik, die wahre Freude bringt


Yehudi Menuhins Vision inspiriert Musiker weltweit, vor Menschen zu spielen, die keine Möglichkeit haben, ein Konzert zu besuchen

Menschen


21. Februar 2016

Musik ist Leben, Leidenschaft, Glück und noch viel mehr. Sie macht unser Leben reicher, tröstet in schwierigen Momenten und macht schöne Augenblicke noch schöner. Umso tragischer ist es, wenn es einem Menschen nicht mehr möglich ist, Musik live genießen zu können.

Dieser Menschen hat sich Yehudi Menuhin angenommen. Der „Jahrhundertgeiger“ aus New York gründete 1977 den Verein „Live Music Now“ in London. Ziel des Vereins ist es, Musikerinnen und Musiker mit Menschen in Verbindung zu bringen, die keinen Zugang zu Musikveranstaltungen haben. Der Gedanke ist einfach: Wenn das Publikum nicht zum Konzert kommen kann, dann kommen die Musiker eben zum Publikum.

In den vergangenen Jahren hat sich der Verein über die Grenzen Großbritanniens hinaus stark ausgebreitet, und seit 2002 gibt es ihn als „Live Music Now Köln e. V.“ auch im Rheinland. Die Musikerinnen und Musiker sind in diesem Fall junge, besonders gut qualifizierte Musikstudentinnen und -studenten aus Aachen, Köln und Wuppertal. Diese werden von einer Jury ausgewählt und dürfen dann in einem Zeitraum von drei Jahren als Stipendiatinnen und Stipendiaten der Live-Music-Now-Förderung auftreten.

Für die Musikerinnen und Musiker sind die Begegnungen mit ihrem Publikum mindestens genau so spannend wie für die Konzertgäste. Wobei hier eigentlich die Musiker zu Gast sind und das Publikum die Gastgeber sind: Gespielt wird vor Schwerkranken, Waisenkindern, Alten und Menschen, die nur noch kurze Zeit zu leben haben. Auch vor Justizvollzugsanstalten macht der Verein nicht halt und bringt die Freude an der Musik den Insassinnen und Insassen nahe.

Yehudi Menuhin sagte einmal: „Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude.“ Damit ist der Zweck von Live Music Now exakt umschrieben, und das merken die Musiker auch, wenn sie ihre Konzerte in den kleinen Runden spielen. Die meisten Zuhörer sind sehr berührt und werden auf diese Weise von ihrem oft belastenden Alltag abgelenkt.

Bei den Konzerten kommt es zu ganz besonderen Begegnungen. Auf der einen Seite stehen Musiker, deren Karriere gerade erst begonnen hat. Sie möchten sich ausprobieren und Abwechslung zum Studienalltag finden. Auf der anderen Seite sitzen Menschen, die tief bewegt sind von einer intimen musikalischen Erfahrung, die für manche von ihnen möglicherweise die letzte in ihrem Leben ist.

„Das wichtigste an der Musik ist, dass es den Zuhörern Freude bereitet“, sagt einer der  Musiker. Denn die Zuhörer für kurze Zeit „in eine andere Welt“ zu führen, „ist ein ganz besonderer Moment“. Nach den Konzerten sind die meisten Zuhörer glücklich, und manche können für einen Moment gelassener auf das blicken, was noch auf sie zukommen mag. Wieder anderen spendet die Musik einfach nur Trost und gibt ihnen Kraft.

Aktuell sorgen mehr als 60 Musikerinnen und Musiker dafür, dass die Idee des Vereins in Köln weiterleben kann. In diesem Jahr werden von einer Fachjury der Hochschule für Tanz und Musik Köln neue Künstler ausgewählt, die dann wiederum drei Jahre lang vor ganz besonderen Menschen spielen dürfen. Diese Erfahrung nehmen sie mit in ihr musikalisches Leben und tragen die Freude spendenden Gedanken Yehudi Menuhins weiter in die Welt.

Text: Martin Steber
Foto: Štěpán Karásek

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http://www.livemusicnow.org.uk/lmn_international

http://www.livemusicnow-koeln.de

https://vimeo.com/135350895

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