Plastik verschwinde!


Einkaufen, frei von Verpackungsmüll? Funktioniert. Der Berliner Supermarkt »original unverpackt« geht mit gutem Beispiel voran.

Gesellschaft


30. Dezember 2015

Der Verbrauch an Plastiktüten ist nach wie vor immens. Zwar gibt es mittlerweile europaweit löbliche und nennenswerte Ansätze, den Polyethylenkonsum einzuschränken. Ein Bewusstsein darüber, dass man die Plastiktüte ohne Einschränkung der Lebensqualität aus dem Alltag verbannen kann, scheint es jedoch noch nicht zu geben.

Milena Glimbovski möchte das ändern. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie in Berlin-Kreuzberg im vergangenen Jahr einen Supermarkt eröffnet, der unnötiges Plastik aus den Regalen verbannt. Das Konzept geht dabei über den Verzicht auf die ordinäre Plastiktüte hinaus: »original unverpackt« will so weit wie möglich verpackungsfrei sein. Kunden können aus Schütt- oder Ausgießbehältern die Waren in mitgebrachte Gefäße füllen. Welche das sind, liegt ganz im eigenen Ermessen. Vom Jutebeutel über leere Eiscremepackungen bis hin zu Glasbehältern ist alles möglich.

Hier drängen sich zwangsläufig einige Fragen auf: Unverpackte Frischeprodukte, wie soll das funktionieren? Hack vom Fass? Die Antwort auf dieses Problem lautet: regionaler Vertrieb. Denn auch die Lieferkette soll möglichst frei von unnötigen Verpackungsmaterialien bleiben. Deshalb bieten sich besonders regionale Produzenten an, die ihre Waren sowieso lieber in großformatigen Gebinden vertreiben. Die Produktliste von »orginal unverpackt« liest sich beeindruckend: Über Räuchertofu und Müsli bis hin zu Zahnpasta und WC-Reiniger kann man mittlerweile aus über 530 Produkten wählen.

Dass diese nicht alle völlig auf Verpackungsmaterialien verzichten können, liegt auf der Hand. Dass aber jedes Produkt in seiner Lieferkette so weit wie möglich von unnötigen Plastik befreit bleibt, ist der Anspruch von »original unverpackt«.

Ein weiterer Vorteil liegt in den freien Abnahmemengen. Kunden können sich so viel mitnehmen, wie sie für den eigenen Bedarf tatsächlich brauchen, und sei es auch nur eine Handvoll Nüsse oder Bohnen für eine Tasse Kaffee. Zudem schlägt sich das Konzept auf den Preis nieder. Durch die Abnahme von größeren Mengen in weniger Verpackung können die Lebensmittel auch günstiger verkauft werden. Allerdings darf man hier die Konkurrenz nicht im Discounter um die Ecke sehen. Vielmehr können unverpackte Lebensmittel bei gleicher Qualität im Schnitt günstiger verkauft werden als in den florierenden Bio-Supermarktketten, die in puncto Verpackung kaum besser sind als herkömmliche Läden.

Ein ähnliches Konzept befindet sich in der Kölner Südstadt in Planung. Über Crowdfunding wurde im Sommer 2015 ein erster Versuch gestartet, den verpackungsfreien Supermarkt namens »Tütenlos« zu finanzieren – leider noch nicht erfolgreich. Zurzeit ist man auf der Suche nach einem neuen Finanzierungskonzept. Um auf dem Laufenden zu bleiben und das Projekt »Tütenlos« zu unterstützen, empfiehlt sich ein regelmäßiger Besuch ihrer Facebook Seite.

 

Text: Ferdinand Brehm
Foto: Brooke Cagle

 

Mehr …

http://original-unverpackt.de/

http://www.ksta.de/innenstadt/sote-tuetenloser-biosupermarkt-in-koeln-geplant,15187556,31319666.html

https://www.facebook.com/Tuetenlos-717602728338630/

 

 

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