Rotsteißkakadu erholt sich


Positive Entwicklungen für eine bedrohte Tierart

Natur


28. Dezember 2015

Im aktuellen Projektbericht des 1. Halbjahres der Katala Foundation heißt es, dass 2014 das erfolgreichste Brutjahr für den Rotsteißkakadu seit dem Beginn der Erfassung in den zwei Brutgebieten Rasa und Palawan gewesen ist. Dank der akribischen Arbeit der Umweltschützer – Aufklärung der Bevölkerung, Bewachung von Nestbäumen, Zufütterung von Nestlingen zur Steigerung des Bruterfolgs, Aufforstungsmaßnahmen, Ausbildung von Wildhütern, Wiedereinbürgerung im ehemaligen Artareal – erholte sich der Bestand von nur 23 auf inzwischen 260 Tiere!

Für den Rotsteißkakadu ist es »Lupang hinirang«, das »auserwählte Land«, wie es in der Nationalhymne der Philippinen heißt. Nur dort, im fünftgrößten Inselstaat der Welt, im westlichen Pazifik, ist der weiße Vogel mit der leicht rosafarbenen Haube und den rot gefärbten Unterschwanzdecken heimisch. Allerdings gibt es inzwischen nur noch so wenige Exemplare, dass der Rotsteißkakadu auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources als »Critically Endangered«, also vom Aussterben bedrohte Art gelandet ist.

Die Gründe für den rapiden Rückgang der Population, die noch Mitte des 20. Jahrhunderts auf fast allen der über 7000 Inseln des Archipels vorkam, sind bekannt: Vernichtung der Küstenlebensräume und Profitgier von Wilderern. Hinzu kommt, dass die ihrer natürlichen Lebensräume beraubten Vögel in landwirtschaftlich genutzte Gebiete eindringen, wo sie als vermeintliche Schädlinge verfolgt werden.

Seit 1998 kümmern sich Aktivisten der philippinischen Umweltschutzorganisation Katala Foundation um den bedrohten Kakadu. In ihrem Schutzprogramm legen sie besonderes Augenmerk auf die inzwischen größte Population auf der Insel Palawan, die von der UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärt wurde. Ausgerechnet in der Nähe dieses Gebiets sollte 2013 ein Kohlekraftwerk gebaut werden, das die erfolgreichen Bemühungen der Umweltschützer wieder zunichte gemacht hätte. Dank internationaler Proteste von Menschen und Organisationen wie der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz, der Katala Foundation oder Rettet den Regenwald wurde der Bau des Kraftwerks in eine andere Region verlegt, wo es den Vögeln nicht schaden soll. Auch formierte sich inzwischen ein breites Bündnis gegen die Rodungen für Palmölplantagen.

Als eine besonders nachhaltige Strategie zum Schutz der Vögel erwies es sich, den einheimischen armen Kleinbauern, die zum Teil vom Handel mit den Jungvögeln lebten und so zur Ausrottung kräftig beitrugen, eine Kooperation anzubieten. Statt die Vögel auszuhorsten und zu verkaufen, erhalten sie eine finanzielle Kompensation und konnten auf diese Weise als Projektmitarbeiter gewonnen werden, die nun die Nistbäume beschützen und für die Erholung des Rotsteißkakadu-Bestands sorgen!

Text: Simon Schulte
Foto: Jacobus Mulder

 

Mehr …

https://www.regenwald.org/files/de/Jahresbericht-2014.pdf

https://www.regenwald.org/

http://www.zgap.de/index.php/fbp_start/98-projekte/voegel/171-2-cacatua-haematuropygia.html

http://www.philippinecockatoo.org/

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