The Warmth


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Technik


28. Januar 2016

In der Erdkruste schlummert eine Gigantin: die geothermische Energie. So unerschöpflich wie die Energie der Sonne ist für uns Erdlinge der Wärmeinhalt der Erde. Allein in den oberen 3000 Metern steckt ein riesiges Potenzial: Mit den Wärmevorräten, die dort, gespeist aus den tiefer liegenden Schichten des Erdmantels, lagern, könnte der weltweite Energiebedarf für über 100.000 Jahre gedeckt werden, und zwar unterbrechungsfrei, vollkommen unabhängig von klimatischen Schwankungen in der Troposphäre, das heißt auch bei Nacht, Windstille und Regenwetter. Das macht die Geothermie als Energielieferanten für den Strombedarf im Grundlastbereich interessant, also jenen Bereich, der in Deutschland momentan noch von den großen, nur schwer regelbaren und riesige Mengen Klimagase produzierenden Kohlekraftwerken abgedeckt wird. Geothermiekraftwerke liefern hingegen Energie ohne Kohlenstoffdioxidausstoß, sie nutzen die regional unmittelbar verfügbare Energie und haben darüber hinaus nur einen geringen Platzbedarf an der Erdoberfläche.

Schon Gallier, Römer, Kelten, Chinesen und Osmanen nutzten diese feine kostenlose Energie in Form von Thermalwässern an heißen Quellen. Und schließlich reichten die technologischen Kenntnisse des 14. Jahrhunderts bereits so weit, dass ein kommerzielles Fernwärmenetz südlich des vulkanischen Zentralmassivs in Frankreich entstehen konnte, das die Anwohner von Chaudes-Aigues mit der Energie aus der Tiefe versorgte.

»Energia nucleare? No grazie«

Italien hat den nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergiewirtschaft nicht zuletzt mithilfe der Erdwärme geschafft. In den vielen seismisch aktiven Regionen des Landes findet sich die geothermische Energie relativ nahe an der Erdoberfläche und liegt damit in leicht erreichbaren Tiefen. In der Toskana sorgte diese natürliche Bodenheizung schon im Mittelalter dafür, dass der Anbau von Gemüse und Pflanzen auch im Winter möglich war. Kein Wunder, dass im Jahr 1913 im toskanischen Lardarello das erste Erdwärmekraftwerk der Welt entstand. 100 Jahre später befindet sich dort heute das viertgrößte Geothermiekraftwerk der Welt mit 400 MW elektrischer Leistung. Damit könnte man die italienische Staatseisenbahn komplett CO2-frei betreiben …

Auch in Deutschland gibt es Standorte, an denen oberflächennahe Geothermie nicht nur vorhanden, sondern auch wirtschaftlich nutzbar ist: Das süddeutsche Molassebecken sowie der Rheingraben bieten gute Voraussetzungen, ebenso das Norddeutsche Becken, wo tiefe Grundwässer mit über 60 °C vorkommen. Dort wird nun der Ausbau dieser unschlagbar günstigen und umweltfreundlichen Energiequelle auch schnell voranschreiten: Bis 2020 sollen neue Anlagen 1.654 GWh elektrische und mindestens 14.400 GWh thermische Energie erzeugen.

Text: Simon Schulte
Foto: Jeff Sheldon
Patch: Stefano de Pietro

Mehr …

https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/geothermie_1931.htm

http://www.planet-wissen.de/technik/energie/erdwaerme/pwwberdwaerme100.html

http://www.scinexx.de/dossier-75-1.html

http://www.tiefegeothermie.de/news/erste-bohrung-in-freiham-uebertrifft-erwartungen

http://www.welt.de/wirtschaft/article150941411/Der-kluegste-Oekostrom-entsteht-durch-Waerme-aus-der-Erde.html

http://www.fg-geothermie.de/index.php/Pressemitteilung_lesen/items/geothermie-die-gruene-alternative.html

http://suite101.de/article/heizen-mit-vulkanen—italien-verzichtet-auf-kernenergie-a109946#.VqgQQvHoYYI

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